Sie hat einen neuen

Januar 17, 2016 | Blog  |  Leave a Comment

Es ist nun einige Zeit vergangen, seit ich meinen letzten Beitrag geschrieben habe und ich kann mit Neuigkeiten aufwarten.

Lügen konnte meine Frau noch nie so richtig. Und diesmal war HH (höfliche Hartnäckigkeit) meinerseits der Schlüssel zum Erfolg.

Sie hat mir am Wochenende mitgeteilt, daß sie bereits die Scheidung eingereicht hat. Sie will Freiheit, ihr eigenes Leben leben… als ob sie bei mir nicht alle Freiheiten hatte die sie wollte.

Nach langem Hin und Her hat sie es endlich zugegeben:

Sie hat einen neuen kennengelernt. Er soll David heißen und sie soll ihn bei der Arbeit kennengelernt haben. Sie ist Hotelfachfrau und er war wohl einer der Gäste. Sind sich öfter mal im Fahrstuhl begegnet.

 

Ich hatte mir im Vorfeld Gedanken gemacht, ob ich die Scheidung einreichen soll. Jetzt stehe ich jedoch da und mir wird immer mehr bewusst, daß ich das gar nicht wirklich will. So wie sie ist, sie ist meine Frau und wir haben ein gemeinsames Kind.

Ich bin am Boden zerstört und kann mit mir selbst nichts anfangen.

Ja… Scheidung… und ich will das gar nicht.

Bin für jeden Rat dankbar.






Weihnachten

Dezember 17, 2015 | Blog  |  Leave a Comment

Es ist Weihnachtszeit und ich komme nicht in Stimmung.

War gestern beim Arzt und dieser gab mir den Rat, mal auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Ich muss jedoch gestehen, daß ich diesem Rat keine Folge leisten werde. Was soll ich auf dem Weihnachtsmarkt zwischen glücklichen Menschen? Und dann noch dieses Gedränge… Nein! Auf meiner Couch ist es sehr viel besser. Vor allem kann mich hier niemand sehen, ich sehe auch keinen und es kann nichts passieren.

Es lebe die Couch.






Shakespeare hat die Frage doch so trefflich formuliert: “To be or not to be”!

Auch hier stellt sich die gleiche Frage: sein oder nicht sein? Sein eigenes Leben leben oder das Leben, welche andere sich wünschen?

Ginge es nach mir, würde ich die Scheidung einreichen, mir einen neuen Job suchen und beim absoluten Nullpunkt neu anfangen zu leben. Ich habe bisher immer das getan, was von mir erwartet wurde, immer das Leben gelebt, welches man gern gesehen hat. Die Anforderungen habe ich nicht immer alle erfüllen können, doch das große Ganze ist so, wie es sich alle von mir erhoffen.

Für mich selbst ist meine Frau eine riesige Belastung. Ich kann mir ihr über nichts reden denn  ich werde immer gleich angebrüllt und beschuldigt. Ich habe oftmals den Eindruck, daß ich, das was mich ausmacht, wer oder was ich bin und was ich will, für sie nichts wert ist und auch nicht zu dem gehören darf, was unsere Ehe ausmachen sollte. Ich nenne euch zwei gute Beispiele:

1. Ich habe sie mit 65 Kg Körpergewicht kennengelernt, mit 75 Kg geheiratet, in der Hoffnung, es würde ja wieder weniger werden. Doch weit gefehlt, denn zwischenzeitlich wiegt sie um die 130 Kg. Dies ist nicht mehr wirklich schön, um nicht zu sagen, daß ich es sogar als ekelhaft empfinde. Ich bin zwar selbst kein Adonis und habe auch meine Fehler, doch muss ich das wirklich hinnehmen? Gespräche bringen nichts außer Ärger. Subtile und feine Hinweise werden einfach ignoriert und direkte Ansprachen enden immer mit Sprüchen wie “für dich bin ich doch nur ein Stück Fleisch, nur eine dicke Kuh – such dir doch eine andere”. Wenn ich dann sage, ich will gar keine andere, ich will nur, daß sie wieder so wird, wie damals, als ich sie kennengelernt habe, dann heißt es immer nur, sie ist so wie sie ist und ich müsste das akzeptieren. Die Diskussionen dahingehend habe ich inzwischen eingestellt und lasse sie gewähren. Aber ich ekel mich vor so viel Fett. Und nun? Scheidung oder doch nicht, zum Wohle unserer Tochter?

Sex haben wir ja nur noch alle 2-3 Monate mal….

2. Wir sind beide berufstätig, haben ein eigenes kleines Häuschen. Doch sie will nicht verstehen, daß ich viele Aufgaben bewältige, die Sie gar nicht mitbekommt. Alles vertragliche, Finanzamt, Zahlungen usw. wird von mir verwaltet. Einfach, weil sie das nicht macht. Auch bringe ich alles wieder in Ordnung, was sie einfach mal so in der Gegend herumwirft. Papiere die mit den Bergen an Werbung in die Papiertonne landen, muss ich immer wieder herausfischen. Sie macht die Küche, die Ordnung (sehr dürftig), das Bad (Wäsche waschen und bügeln). Mir stehen die Aufgaben draußen zu: Holz hacken, Gartenarbeit, bauliche Maßnahmen. Zudem Koche ich gelegentlich und mache überall da Ordnung, wo sie es nicht macht. Staubsaugen und Boden wischen gehört zu meinen Aufgaben. Aber ich frage mich dann:

WAS MACHT SIE NOCH? Zumal das was übrig bleibt, gar nicht oder nur sehr dürftig erledigt wird!

Hätte ich es nicht einfacher, einfach für mich selbst zu leben? Ich meine, ich müsste doch die gleichen Aufgaben bewältigen und ich hätte keinen Vollzugsbeamten, der jeden meiner Schritte prüfen und genehmigen muss. Ist es wirklich ein MUSS, diese Ehe zum Wohle der gemeinsamen Tochter weiter zu führen, oder wäre es nicht einfacher und besser, endlich den Schritt zu wagen?

Ich will aber meine Tochter aufwachsen sehen und ich weiß nicht wie das klappt, wenn wir uns trennen.






Seit ich weiß, daß ich an einer schweren Depression leide, seit ich Psychopharmaka nehme und denke, damit alles aus der Welt schaffen zu können, suche ich immer wieder nach der Schuld für meinen Zustand. Es ist nicht selten vorgekommen, daß ich die Schuld nur bei mir selbst gesehen habe, daß ich dachte, ich sei faul, unfähig, geistig minderbemittelt. Es gibt aber einen Punkt der mir immer wieder hilft, mich von Dummheiten abhält: ich schiebe es auf die Depression als würde ich es auf ein Monster schieben. Schuld bin nicht ich, nicht die anderen sondern die Krankheit. Damit kann ich mich immer wieder beruhigen, mich von unüberlegten Handlungen selbst abhalten. Ich sage mir dann immer selbst, es ist nur die Depression die dich so denken lässt. Es ist nur die Depression, welche dich in den Wahnsinn treibt. Die Depression will, daß du jetzt diesen Fehler machst, also lass es einfach nicht zu.

Ich kämpfe mit aller Macht gegen die Depression, mit allem was mir zur Verfügung steht. Doch manchmal siegt sie über mich. Manchmal macht sie mich physisch und mental fertig und ich habe einfach keine Kraft mehr – nicht nur um mich gegen die Depression zu wehren, sondern mir fehlt die Kraft für alles weitere. Ich schaffe es nicht einmal von der Couch aufzustehen und zu essen, zu duschen oder mal mit dem Hund auf die Straße zu gehen.

 

Hallo Welt!

November 11, 2015 | Allgemein  |  Leave a Comment

Willkommen auf meinem Blog über Depression und allem was damit zusammenhängt.

Wir schreiben den 11.12.2015 und ich bin zu diesem Zeitpunkt 41 Jahre alt. Seit wann ich an Depressionen erkrankt bin, kann ich leider nicht sagen. Bewusst wahrgenommen habe ich es vor genau 3 Jahren. Seither habe ich einiges durchgemacht, unter anderem hatte ich auch oft genug das Verlangen, einfach von der Welt zu verschwinden – zu sterben! Und ja, ich habe es auch versucht (?).

Warum schreibe ich diese Zeilen?

Vor gut 2 Jahren starb ein Bekannter den Freitod. Dazu muss man sagen, ich betreibe ein Forum und dieser Bekannte war einer meiner Administratoren. Er sprach vor seinem Tod darüber, daß er die Verantwortung der Administration abgeben möchte. Er hätte genügend eigene Probleme die ihn  Beschäftigen. Er wollte sich nicht weiter äußern, doch nach kurzer Zeit erschien ein Artikel in der Zeitung in dem es um Ihn ging: Er hatte seine Frau umgebracht und dann sich selbst. Es kam heraus, daß seine Frau eine neue Beziehung angefangen hatte…. den Rest könnt Ihr euch denken.

Alle Nutzer meines Forums haben sich gefragt, wieso er mit niemandem sprechen wollte.
Ja, darauf habe ich inzwischen eine Antwort: Man kann nicht einfach mit jemandem über seine Probleme sprechen. Man kann noch so sehr auf Verständnis hoffen, doch was man wirklich sucht ist Trost und kein Ratschlag. Und dann kommt noch dazu, daß einem sowieso niemand helfen kann. Nein, man kann nicht einfach mit jemandem darüber reden. Man schweigt, frisst alles in sich hinein und es wird schlimmer und schlimmer. Und obwohl es Wege und Mittel gibt, diesen Problemen, soweit sie wirklich welche sind, zu entweichen, obwohl man die Mittel und Wege sieht und erkennt, man Traut sich nicht, neue Wege zu beschreiten.

Inzwischen ist mir klar geworden, daß die einzige Möglichkeit sich zu öffnen und Last loszuwerden jene ist, es der Welt zu erzählen, ohne daß die Welt weiß, wer man selbst ist.
Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wirklich was ich schreiben soll, doch ich schreibe einfach und versuche den Sturm in mir abzuschwächen, ihm ein Ventil zum Ausbrechen zu bieten.

Mir ist bewusst geworden, daß ich zur Zeit die gleichen Fehler mache wie mein Admin seinerzeit und habe Angst, irgendetwas unüberlegtes zu tun!

– Meine Vorstandsposten in den Vereinen aufgegeben

– Meine Administrations-Posten in den Foren aufgegeben

– Aus den Vereinen ausgetreten und somit praktisch viele meiner Freunde “verloren”

– Meine Hobbys aufgegeben

– Mein Gewerbe aufgegeben

– Ich verkrieche mich seit Wochen auf der Couch im Wohnzimmer und flüchte mich in Filme und Serien ohne wirklich etwas davon wahrzunehmen.

– Ich bin mir allem überfordert. 1 Stunde irgendetwas tun, gleichgültig ob es nun Hausarbeit ist oder schreiben oder spazieren und ich bin fertig wie eine ausgelaugte Batterie. Ich tauge einfach zu gar nichts mehr.

– Es gibt noch viel mehr was schief läuft, doch ich denke, in meinen Erzählungen wird dies alles irgendwann ersichtlich.

Für den Augenblich habe ich genug erzählt und schließe diese kleine Einführung hiermit. Es werden wohl noch einige Geschichten folgen, denn ich habe beschlossen, der Welt alles zu erzählen.

Kommentare sind willkommen.