Donnerstag, 18. Mai 2017

Der heutige Tag ist viel ruhiger verlaufen als geplant.

Wir wollten eigentlich eine Runde raus, haben es uns stattdessen dann hier bequem gemacht.

Meinem Freund ging es halt nicht so gut. Die Schmerztabletten haben etwas geholfen, die Intensität der Schmerzen ließ etwas nach. Außerdem hat er sich ja so ein Wärme-Pflaster von Therma-Care auf die Schulter geklebt.

Er hat sich dann hingelegt und ein paar Stunden fest geschlafen. In den letzten Nächten konnte er vor Schmerzen kaum schlafen, wusste nicht mehr, wie er liegen sollte. Deswegen musste er noch ein paar Stunden Schlaf “nachholen”.

Ich wollte eigentlich etwas Haushalt machen, wollte aber nur so wenig Lärm wie möglich machen, damit ich ihn nicht wecke. Ich habe dann alles langsam angehen lassen, habe schon mal Wasch- und Spülmaschine startklar gemacht, aber erst alles an gemacht, als er wieder wach geworden ist.

Zwischendurch habe ich auch gelesen und war etwas am Computer. Ich habe mir mal wieder (in Stereo über Kopfhörer) ein paar Musikvideos angeguckt. Das ist halt immer meine Art der Entspannung.

Ja, ich fand es am Donnerstag schön,

– dass mein Freund endlich zum Arzt gegangen ist. Darin ist er im Grunde wie ich und schiebt solche Termine immer lange vor sich her. Vieles kann man ja selber in der Apotheke kaufen, aber hochdosierte Schmerzmittel, die man bei so einer heftigen Entzündung braucht, die sind nunmal verschreibungspflichtig.

– dass wir mal einen ruhigen Tag zu Hause eingelegt haben. Ich habe auch mehrere Ruhepausen eingelegt, habe mich entspannt hingelegt, etwas gelesen und bin zwischendurch auch eingeschlafen. So ein ruhiger Tag hat auch mal gut getan.

– dass uns mein Schwager (also der Mann von der Schwester meines Freundes) schöne Urlaubsfotos gemailt hat. Die Beiden machen zur Zeit eine Rundreise (mit dem Bus) durch Südengland. Das Wetter ist auch dort sehr wechselhaft, aber bisher hatten sie Glück, dass es bei den Besichtigungen (auch Burgen usw.) trocken war, der große Regen immer erst einsetzte, wenn sie schon wieder im Bus bzw. abends im Hotel waren. Ja, und die Fotos (schöne Landschaft und schöne Gärten) sind wirklich total klasse.

– dass ich mir vorhin zur Entspannung mal wieder mehrere schöne Musikvideos angeguckt habe.

– dass ich mir auch Videos über Autismus bzw. das Asperger-Syndrom angeguckt habe. Interviews bzw. Schilderungen von Betroffenen. Es sind jedes Mal Situationen dabei, die ich (im Laufe meines Lebens) ganz genauso erlebt habe, bei denen es dann jedes Mal hieß, dass ich halt “bekloppt” sei.

Auch meine Mutter hat früher oft gesagt, dass ich in manchen Sachen bekloppt sei, dass sie mich nicht verstehen könne (auch, wenn ich mich bei großen Geburtstagsfeiern schnell alleine in mein Zimmer zurückgezogen habe). Als das Wort Autismus dann zum ersten Mal fiel, da meinte sie direkt, dass Autisten alle “total bekloppt” seien, ich wäre zwar seltsam, aber so bekloppt sei ich nun auch wieder nicht….

In diesem Zusammenhang, also Probleme mit Gruppen zu haben, bin ich vorhin auch auf einen interessanten Begriff gestoßen: “Selektiver Mutismus”. Wenn einem in bestimmten Situationen die Stimme weg bleibt, der Kopf total leer ist. In lockeren Situationen, mit guten Bekannten, kann man locker reden, aber in bestimmten Situationen, gerade auch wichtigen Prüfungssituationen, da geht dann gar nichts mehr. O.k., das haben bestimmt auch viele “normale” Menschen (so eine Prüfungsangst), aber bei Aspergern ist das wohl ziemlich häufig.

Davon gibt es in meinem Leben, auch schon während der ganzen Schulzeit unzählige Situationen. Teilweise wusste ich dann auch die richtige Antwort, war aber (vor der ganzen Klasse) nicht in der Lage, den Mund aufzumachen und es laut zu sagen. Ich wurde dann höchstens total rot und fing an zu stottern, bekam aber nichts gescheites mehr raus.

Und umso öfter das passiert ist, umso mehr haben die Anderen aus meiner Klasse auch über mich gelacht. Sofort hieß es dann, Die ist doch sowieso doof, so dass ich dann erst recht nichts mehr sagen konnte. Zum Glück gab es dann ja die Klassenarbeiten, die mich dann gerettet haben. Darin, im schriftlichen, konnte ich dann zeigen, was ich wirklich kann.

Am heftigsten war dadurch ja auch die Abschlussprüfung von der Ausbildung (Bürokauffrau). Im Schriftlichen lief alles glatt, aber im Mündlichen habe ich wieder völlig versagt. Wir waren zu acht an einem großen Tisch, also zu viert als Prüflinge (4 Frauen) und uns gegenüber 4 Männer von der IHK als Prüfer. Jeder Prüfling sollte eine Frage beantworten, die zuvor schon in der schriftlichen Prüfung abgefragt worden ist, es einfach nochmals mit eigenen Worten offen wiedergeben.

Bei mir kam dann die Frage, Was ist der Unterschied zwischen einer GmbH und einer KG? Das werde ich nie im Leben mehr vergessen. Ja, und in diesem Moment hatte ich ein totales Black-Out. Die 4 Prüfer sahen mich an und warteten auf eine Antwort. Ich machte den Mund auf, bekam aber keinen Ton mehr aus. Statt einer richtigen Antwort ging mein Kopfkino an und ich dachte nur, wenn ich jetzt hier versage, dann muss ich nochmals ein ganzes Jahr Ausbildung dran hängen, nochmals ein ganzes Jahr zur Berufsschule. Ja, aber ich hatte schon eine Arbeitsstelle gefunden (für nach der Ausbildung), hatte den Vertrag schon unterschrieben, der jedoch nur dann wirksam wurde, wenn ich diese “blöde” Prüfung jetzt bestehen würde….

Es brachte nichts, ich stand so unter seelischem Druck, dass ich absolut nicht reden konnte. Die Prüfer gaben es bei mir dann schließlich auf. Ich dachte schon, das war es jetzt… Dann wurden die Abschlusszeugnisse verteilt. Ja, auch ich bekam das Abschlusszeugnis, zwar mit einer schlechten Note (weil ich im mündlichen eine “Sechs” hatte), aber Hauptsache ich hatte bestanden. In dem Moment habe ich vor Erleichterung total losgeheult (als einzige von den Prüflingen). Die Anderen, also auch die Prüfer wussten gar nicht, was jetzt auf einmal los war. Es hätte nie Zweifel daran gegeben, dass ich bestehen würde. Wer im schriftlichen bestanden hat, konnte nicht mehr durchfallen, egal, wie die mündliche Prüfung dann laufen würde. Nur die Gesamtnote wurde dadurch natürlich nach unten gezogen.

Ja, das war die heftigste Situation, die ich diesbezüglich erlebt habe. Aber im Laufe der Jahre, auch noch später im Beruf (auch bei meiner jetzigen Stelle) gab es noch Situationen, die ähnlich gelaufen sind, nicht mehr ganz so heftig, aber bei denen meine Stimme trotzdem versagt hat, bei denen ich ebenfalls einen “leeren Kopf” hatte. Aber ich habe jetzt zum Glück nette Kollegen, die mich schon “ein bisschen” kennen und mir in solchen Situationen dann helfen, also auf mich eingehen, mich seelisch unterstützen und mir so gezielte Fragen stellen, so dass ich letztendlich dann doch “irgendwie” antworten kann.

Ja, mit diesem “Selektiven Mutismus” kann ich mich voll und ganz identifizieren.

– dass ich heute Abend dann noch mein Sportprogramm, das “Donnerstags-Programm” durchgezogen habe.

Fahrradfahren 10 Kilometer in 32:20 Minuten. Durchschnittlich mit 17/18 km/h, alle 5 Minuten eine Powerminute mit etwa 21/22 km/h. Den letzten Kilometer wieder durchgängig Power (mit etwa 20/21 km/h), bis ich die 10 Kilometer komplett geschafft hatte. Das war meine 7. eigene Sporteinheit in diesem Monat, also 70 gefahrene Kilometer für den Monat Mai. Im Jahr 2017 bisher insgesamt 420 Kilometer. Das war die 4. (eigene) Sporteinheit in meinem 2-wöchigen Urlaub.

Ich bin froh, dass ich gestern das Training mit meinem Trainer hatte. So hatte ich noch gezielte (und anspruchsvolle) Bewegung, weil ich nicht weiß, ob ich nach dem langen Ausflug nach Koblenz noch alleine Sport gemacht hätte. Er stellt halt immer ein sehr gutes, abwechslungsreiches Programm zusammen.

Ich muss mal gucken, wie ich mein jetziges Programm, wenn ich wieder arbeiten gehe, “zusammen kürze”, damit es abends nicht doch wieder zu lang, zu viel wird.

Aber jetzt im Urlaub finde ich mein Programm so richtig schön. Es macht mir jeden Abend so richtig Spaß, damit wieder loszulegen.

Nach dem Fahrradfahren dann noch 50 Minuten Sport (davon rund 5 Minuten dehnen).

15 Min. Steppbrett-Training, 30 Min. Krafttraining (15 Min. “Grundprogramm” und 15 Min. ein “Donnerstags-Programm”) und etwa 5 Min. Dehnen (für Schultern, Nacken sowie Beine und Fersen).

15 Min. Steppbrett-Training (7 Übungen für je 2 Min.). Bei 3 Übungen mit den 1 kg Hanteln nach vorne boxen, bei 2 Übungen (seitlich und nach vorne Kicken) mit den 2 kg Hanteln Biceps und bei den seitlichen Übungen (Steps) mit den 3 kg Hanteln Biceps.

Danach 2 x 30 Sek. “Bergsteiger”, also die Liegestütz-Position, die Hände auf das Steppbrett stützen und die Beine/Knie im schnellen Wechsel zur Brust ziehen.

20 x Kettlebell Swing (6 kg).

Mit den 3 kg Hanteln Reverse Biceps-Curls (also Handinnenflächen nach unten halten), erst 30 Sek. in der Waagerechten halten, dann 10 x Biceps.

Mit den 5 kg Hanteln normale Biceps, also ebenfalls erst 30 Sek. in der Waagerechten halten, dann 10 x Biceps.

Dann auf dem Steppbrett 10 x Liegestütz rücklings.

30 Sek. Wandsitz, dabei die 1 kg Hantel (zwischen den Händen) mit nach vorne gestreckten Armen halten.

Gerade Stehen und die Arme/Ellenbogen mit dem “Body-Trimmer” 10 x seitlich hochziehen (bis in Schulterhöhe).

Mit 3 kg Hanteln 10 x Kniebeugen, Arme beim Hochgehen nach oben strecken.

Mit der Hantelstange und den 5 kg Gewichts-Scheiben 10 x Kreuzheben.

Dann vorbeugen und mit den 5 kg Hanteln 10 x Rudern (Ellenbogen nach hinten ziehen).

20 x Kettlebell Swing mit der 8 kg Kugelhantel.

Runter auf die Matte. 30 Sek. Unterarmstütze. 4 richtige Liegestütze. 10 Liegestütze auf Knien. Danach die Liegestütz-Position (also mit gestreckten Armen) 30 Sek. stabil (also mit geradem Körper) halten.

Auf den Rücken legen, Beine/Füße aufstellen, 10 x hoch zur Brücke wippen.

Nochmals das Gleiche (10 x hoch wippen), dieses Mal mit der 5 kg Kugelhantel auf der Hüfte bzw. auf dem Bauch.

Dann die Fersen auf den großen Gymnastikball legen, den Körper (Po) fest anspannen, Körper gerade Linie, 30 Sek. so halten.

Beine wieder aufstellen, hoch zur Brücke, 20 x Laufen, Bein strecken.

Flach liegen und Beine 10 x anziehen (Knie Richtung Brust) und strecken (flach über dem Boden). Beine strecken, flach über dem Boden und 10 x die Schere waagerecht, dann 10 x die Schere senkrecht.

Beine aufstellen, 10 x gerade Crunches, Hände Richtung Knie. Hände hinter den Kopf, 20 x Bicycle Crunches.

Auf die Seite legen, flach liegen und oberes Bein 10 x gestreckt hoch (dabei so ein Rubber-Band, geschlossenes Theraband, um die Fußgelenke). Das Band weiter um die Fußgelenke lassen und unteres Bein 10 x gestreckt hoch.

20 x Kettlebell Swing mit der 8 kg Kugelhantel.

Zum Abschluss dann die Dehnübungen und abschließend die Arme/Schultern vor und zurück kreisen.

Ja, ich bin wirklich total stolz, dass ich auch heute wieder so ein gutes Programm durchgezogen habe.

Und ich bin wirklich total froh darüber, dass ich zur Zeit in den Beinen (Knien und Fersen) völlig schmerzfrei bin. So macht mir der Sport, das Training so richtig Spaß (und meine Erfolge dabei natürlich sowieso!).

So, für morgen haben wir jetzt wieder ein kleines Programm vor. Also ein paar Erledigungen, um die wir uns auf jeden Fall kümmern werden (unter anderem die Blumen bei der Schwester meines Freundes gießen, so lange sie im Urlaub sind, das haben wir den Beiden fest versprochen).






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