12
Mai
2017

Enttäuschung1

Bei all dem wenigen, das ich bisher lernen durfte, habe ich die Enttäuschung am wenigsten verkraftet.
Erst recht, wenn sie so hart und plötzlich auf mich nieder knallt, wie heute.
Meine Seele wurde von diesen, wie ich dachte ehrlichen Worten gestreichelt.
Ich habe geglaubt auf irgendeine Art und Weise besonders zu sein.
Einmal mit mir , mit meinem Selbst, meiner Art und Weise überzeugen zu können.
Seine Worte, die ich nie hören, aber immer zu lesen durfte, haben etwas an mir zum heilen gebracht.
Und es tat so gut mal keinen Haken zu sehen.
Ich habe ihn oft gefragt, wenn auch aus Spaß, ob ich ihm glauben schenken kann.
Habe oft über seine Antwort gegrübelt und ihm dann mein Vertrauen geschenkt. All das ohne jemals in seine Augen geguckt zu haben.
Und mein Kopf spielte bereits diesen Film, mit der wunderschönen Musik, den ich immer schärfer sehen und immer klarer verstehen konnte.
Die Szenen stoppten nie. Niemals. Tag und Nacht. 40 Mal.
40 Auf- und 40 Untergänge dieses wundersamen Feuerballs vor meiner Tür.
Und dieses unglaubliche Gefühl, diese Stahldecke, die mir heute auf den Kopf gescheppert ist und alle Wolken um mich herum zu Pfützen erdrückt hat, hat ein so schier unglaubliches und schmerzhaftes Gefühl in mir geweckt.
Es spielt keine Rolle, wer den Vorhang gezogen hat, vielmehr, dass er gefallen ist und ich nicht im Ansatz auf das Ende der Vorstellung gefasst war.
Diese Worte klangen auf einmal so anders. So als hätte man mich angelogen und ausgenutzt.
Ich will ihm aber nichts schlechtes wünschen.
Die gesamte Zeit hat Spaß gemacht und war zum Ende hin aufgrund seines Verhaltens einfach quälend.
Die Gewissheit sollte sich eigentlich besser anfühlen, doch das tut sie nicht.
Denn die Hoffnung ist mit ihr gestorben.
Es hat nicht sollen sein. Es hat ja eigentlich nicht einmal begonnen, aber diese Zweifel in mir zwingen mich an mir zu nagen. Mich in Frage zu stellen.
Ich habe Angst vor der Nacht, die jede Sekunde beginnt.
Ich habe Angst den Gedanken ertragen zu müssen, das es ihm gut geht, er seelisch mit dieser mir Unbekannten schreibt und lacht und von ihr träumt, während es mir so schlecht geht.
Ich gönne ihm all sein Glück, ich versuche es.
Aber irgendwie will es mir nicht so recht gelingen und das ist das, was mich am meisten von allem enttäuscht.






       



1 Comment

  1.    constantly at Mai 12th, 2017 22:43:

    Du schreibst sehr schön, sehr bewegend.. und wahrhaftig. Deine Worte sprechen mir zu. Danke..

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